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Autor dieses Artikels:
Nicolas Rose
Gründer & Geschäfsführer

Ein Website Relaunch ohne Checkliste? Ehrlich gesagt – das geht meistens schief. Nicht weil das Team unfähig wäre, sondern weil einfach zu viel gleichzeitig passiert. Dieser Artikel dient Ihnen als umfassende Checkliste und Leitfaden für den Website-Relaunch und bietet eine strukturierte Übersicht aller relevanten Schritte.

Wir haben in vielen Jahren mehr als 50 Relaunches begleitet. Und wir können Ihnen sagen: Die Projekte, die gut laufen, sind die, bei denen von Anfang an klar ist, wer was bis wann macht. Klingt simpel – ist es aber selten.

Diese Checkliste hilft Ihnen, den Überblick zu behalten. Sie funktioniert wie ein Inhaltsverzeichnis für den gesamten Relaunch-Prozess und sorgt dafür, dass Sie alle wichtigen Schritte im Blick behalten. Sie zeigt Ihnen, welche Schritte wirklich wichtig sind, wo die typischen Stolperfallen lauern und wie Sie sicherstellen, dass Ihre neue Website nach dem Launch besser funktioniert als vorher.

Für wen ist diese Checkliste?

Diese Checkliste ist für Sie, wenn Sie in einer dieser Situationen stecken:

  • Sie planen einen Relaunch und wollen nicht blind ins Projekt starten. Sie brauchen einen Leitfaden, dem Sie vertrauen können.
  • Sie sind unsicher, ob es ein Redesign oder ein Relaunch wird – und wollen verstehen, wo der Unterschied liegt und was das für Ihr Projekt bedeutet.
  • Sie wollen nichts vergessen – vor allem nicht die Dinge, die später teuer werden: SEO, Weiterleitungen, Tracking.
  • Sie sind Geschäftsführer oder Marketingverantwortlicher in einem mittelständischen Unternehmen und müssen den Relaunch intern koordinieren. Vielleicht ist es Ihr erster Relaunch – oder der erste seit vielen Jahren.

Wenn einer dieser Punkte passt, sind Sie hier richtig. Unsere Website Relaunch Checkliste deckt alle relevanten Aspekte ab – von Technik über Inhalte bis zur Strategie. Wir zeigen Ihnen, was wirklich zählt.

Warum überhaupt eine Checkliste?

Wir erleben es immer wieder: Unternehmen starten motiviert in einen Relaunch. Drei Monate später herrscht Chaos. Warum?

  • Zu viele Baustellen gleichzeitig. Design, Content, Technik, SEO – alles läuft parallel, niemand weiß, wer gerade woran arbeitet.
  • Wichtige Schritte werden vergessen. Zum Beispiel: Die alten URLs leiten nicht richtig weiter. Google findet die Seiten nicht mehr. Rankings brechen ein.
  • Keine klaren Verantwortlichkeiten. “Wer kümmert sich eigentlich um die Texte?” – “Keine Ahnung, dachte du machst das.”
  • Testing kommt zu kurz. Die Seite geht live – und dann stellt man fest: Das Kontaktformular funktioniert nicht. Oder die Website lädt auf dem Handy viel zu langsam.

Eine gute Checkliste verhindert das. Sie gibt Struktur. Sie zeigt, was als Nächstes dran ist. Und sie macht sichtbar, wo es noch Lücken gibt. Ein strukturierter Prozess mit klar definierten Schritten ist dabei entscheidend, um beim Website-Relaunch den Überblick zu behalten und Fehler zu vermeiden.

Schritt 1: Ziele und Gründe klären – Warum machen wir das eigentlich?

Bevor Sie auch nur eine Zeile Text schreiben oder ein Design-Entwurf entsteht, müssen Sie eine Frage beantworten: Warum machen wir diesen Relaunch? Die gründe für einen website Relaunch sind vielfältig und reichen von veralteter Technik, inhaltlichen Schwächen, Design-Anpassungen bis hin zu grundlegenden SEO-Problemen.

Klingt banal. Ist es aber nicht. Wir erleben oft, dass Teams sagen: “Unsere Website sieht alt aus, wir brauchen was Neues.” Okay. Aber was soll die neue Website denn besser können?

3.1 Relaunch-Arten und Anlässe

Es gibt verschiedene Relaunch-Arten, die je nach Bedarf eingesetzt werden:

  • Komplett-Relaunch: Hierbei handelt es sich um einen vollständigen Neustart der Website, bei dem Strategie, Design, Inhalte und Technik gleichzeitig überarbeitet werden. Ein Komplett-Relaunch ist sinnvoll, wenn die Website technisch und optisch stark veraltet ist oder grundlegende Änderungen anstehen.
  • Design Relaunch: Bei einem Design Relaunch wird die optische Gestaltung der Website neugestaltet, um die Benutzerfreundlichkeit und das Erscheinungsbild zu verbessern. Dies ist oft notwendig, wenn das Layout nicht mehr zeitgemäß ist.
  • Homepage-Relaunch: Der Homepage-Relaunch konzentriert sich auf die Startseite und deren zentrale Funktionen. Er ist sinnvoll, wenn vor allem der erste Eindruck und die Navigation optimiert werden sollen.
  • Web Relaunch: Ein Web Relaunch umfasst die umfassende Überarbeitung der gesamten Website, oft mit professioneller Unterstützung, um Technik, Inhalte und Design zu modernisieren.

Eine Neugestaltung oder ein Relaunch ist mehr als nur ein neues Layout – es geht um die grundlegende Überarbeitung (Neustart) der Website, bei der Inhalte, Navigation, URLs und technische Strukturen optimiert werden. Ein Relaunch (oder Neustart) ist eine strategische Maßnahme, um die Website zukunftsfähig zu machen.

Typische Anlässe für einen Relaunch sind:

  • Die technische Basis oder das Content-Management-System ist veraltet.
  • Die Website ist nicht mobilfreundlich und verliert dadurch an Sichtbarkeit.
  • Die Geschäftsziele oder die Markenidentität des Unternehmens haben sich geändert.
  • Grundlegende SEO-Probleme können nicht behoben werden.
  • Die Inhalte der Website sind nicht mehr aktuell oder relevant.
  • Die Benutzerfreundlichkeit ist nicht mehr gegeben.
  • Die Website entspricht nicht mehr den aktuellen technischen Standards.
  • Die Website entspricht nicht mehr den Bedürfnissen der Zielgruppe.

3.2 Ziele definieren

Die Ziele für die neuen Website müssen klar definiert werden, um den Erfolg des Relaunchs messbar zu machen.

Typische Gründe für einen Relaunch:

Die Website passt nicht mehr zum Unternehmen. Ihr Angebot hat sich weiterentwickelt, aber die Website erzählt noch die Geschichte von vor fünf Jahren.

  • Sie bringt zu wenig Anfragen. Traffic ist da, aber niemand kontaktiert Sie. Das ist ein klares UX-Problem.
  • Die Website wirkt veraltet. Ihr Corporate Design hat sich verändert, aber die Website sieht aus wie 2015.
  • Navigation ist verwirrend. Besucher finden nicht, was sie suchen. Sie klicken sich durch – und geben frustriert auf.
  • Technik ist veraltet. Die Seite lädt langsam, funktioniert auf dem Handy nur halbwegs, lässt sich intern schwer pflegen.

Sie wollen besser gefunden werden. Ihre Wettbewerber ranken bei Google vor Ihnen – und Sie wissen, dass Ihre Website technisch und inhaltlich nicht konkurrenzfähig ist.

Ziele festlegen – konkret, nicht schwammig

Jetzt wird's ernst. Was soll nach dem Relaunch besser sein? Formulieren Sie konkret:

Nicht: "Die Website soll moderner aussehen."
Sondern: "Besucher sollen innerhalb von 10 Sekunden verstehen, was wir anbieten und wie wir ihnen helfen können."

Nicht: "Wir wollen mehr Anfragen."
Sondern: "Wir wollen 30% mehr qualifizierte Kontaktanfragen über die Website."

Nicht: "Wir wollen bei Google besser dastehen."
Sondern: "Wir wollen für unsere drei wichtigsten Suchbegriffe auf Seite 1 bleiben – mindestens."

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Hauptziel definiert – Was ist das Wichtigste, das der Relaunch erreichen soll?
  • Messkriterien festgelegt – Woran erkennen wir, dass der Relaunch erfolgreich war?
  • Stakeholder eingebunden – Wer muss zustimmen? Wer gibt Budget frei?
  • Verantwortlichkeiten geklärt – Wer entscheidet? Wer liefert Content? Wer gibt final frei?

Unser Tipp aus der Praxis:
Schreiben Sie Ihre Ziele auf. Ein einseitiges Dokument reicht. Und zeigen Sie es jedem, der am Projekt beteiligt ist. Klingt selbstverständlich – passiert aber selten.

Schritt 2: Die alte Website ehrlich analysieren

Bevor Sie Ihre Website umbauen, müssen Sie verstehen: Was funktioniert heute schon? Und was nicht?

Ein Content Audit sollte durchgeführt werden, um die Menge und Qualität der bestehenden Inhalte systematisch zu erfassen. Die Menge der zu überarbeitenden Seiten wird dabei oft unterschätzt – eine detaillierte Analyse der aktuellen Website ist notwendig, um die richtigen Maßnahmen für den Relaunch zu planen.

Viele machen den Fehler, einfach alles über den Haufen zu werfen. “Neue Website, neues Glück!” Drei Monate später stellen sie fest: Die alten Probleme sind immer noch da. Nur mit neuem Anstrich.

Was Sie jetzt tun sollten:

Erstellen Sie eine Liste aller Seiten. Wie viele sind es überhaupt? Was steht wo? Oft sind es mehr, als Sie denken.

Markieren Sie die wichtigen Seiten. Welche Seiten bringen heute Traffic? Welche bringen Anfragen? Diese Seiten dürfen Sie auf keinen Fall verlieren.

Prüfen Sie die Inhalte. Was ist noch aktuell? Was ist veraltet? Was fehlt komplett?

Schauen Sie sich die Technik an. Lädt die Seite schnell genug? Funktioniert sie auf dem Handy gut? Gibt es technische Probleme?

Prüfen Sie die Nutzerführung. Finden Besucher schnell, was sie suchen? Oder klicken sie sich orientierungslos durch?

Tools, die Ihnen helfen:

  • Google Analytics – Welche Seiten haben Traffic? Wo springen Leute ab?
  • Google Search Console – Welche Seiten ranken bei Google? Gibt es technische Fehler?
  • Heatmaps (z.B. Hotjar) – Wo klicken Nutzer? Wo scrollen sie nicht weiter?

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Seitenliste erstellt – Alle URLs erfasst
  • Traffic-starke Seiten markiert – Diese müssen erhalten bleiben
  • Seiten mit Anfragen identifiziert – Diese sind besonders wichtig
  • Veraltete Inhalte markiert – Was muss überarbeitet oder gelöscht werden?
  • Technische Probleme notiert – Langsame Seiten, mobile Probleme, Fehler

Unser Tipp aus der Praxis:
Wenn Sie nur fünf Seiten retten könnten – welche wären das? Das sind Ihre Prioritäten. Alles andere ist zweitrangig.

Schritt 3: Die neue Struktur planen

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Wie soll Ihre neue Website aufgebaut sein?

Eine sorgfältige Planung und die Berücksichtigung aller relevanten Aspekte wie Website-Inhalte, Technik, Nutzererfahrung und aktuelle Standards sind entscheidend für einen erfolgreichen Website-Relaunch. Die Erstellung eines detaillierten Projektplans, die Definition klarer Ziele sowie eine interne Besprechung zu Beginn der Planung sind unerlässlich, um alle Anforderungen optimal umzusetzen.

Das ist keine Design-Frage. Das ist eine strategische Frage. Es geht darum: Wie finden Website-Besucher, was sie suchen? Und wie versteht Google, worum es bei Ihnen geht?

Navigation planen

Welche Punkte stehen oben im Menü? Das klingt simpel – aber hier scheitern viele.

Häufiger Fehler: Zu viele Menüpunkte. Acht, neun, zehn Einträge im Hauptmenü. Niemand kann sich das merken. Niemand weiß, wo er klicken soll.

Unsere Empfehlung: Maximal fünf bis sechs Hauptpunkte. Zum Beispiel:

  • Startseite
  • Leistungen
  • Über uns
  • Referenzen
  • Kontakt

Wenn Sie mehr brauchen, arbeiten Sie mit Untermenüs – aber auch die sollten übersichtlich bleiben.

Seitenstruktur planen

Welche Seiten brauchen Sie überhaupt?

Pflicht:

  • Startseite
  • Leistungen (einzeln oder als Übersicht)
  • Über uns
  • Kontakt
  • Impressum, Datenschutz

Optional, aber oft sinnvoll:

  • Referenzen / Projekte
  • Team
  • Blog / Ratgeber
  • FAQ

Wichtig: Jede Seite sollte einen klaren Zweck haben. Wenn Sie nicht erklären können, warum eine Seite existiert – brauchen Sie sie vermutlich nicht.

Klarer Weg zum Kontakt

Auf jeder wichtigen Seite sollte klar sein: Was ist der nächste Schritt?

Das kann ein Button sein: "Jetzt Termin vereinbaren", "Kostenloses Erstgespräch", "Angebot anfordern".

Oder ein Formular direkt auf der Seite. Hauptsache, der Weg ist klar. Nicht versteckt. Nicht umständlich.

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Navigation geplant – Maximal 5-6 Hauptpunkte
  • Seitenstruktur definiert – Welche Seiten brauchen wir wirklich?
  • Seitentypen festgelegt – Startseite, Leistungsseiten, Kontakt etc.
  • Call-to-Actions geplant – Was soll der Nutzer auf jeder Seite tun?
  • Prioritäten gesetzt – Welche Seiten sind am wichtigsten?

Unser Tipp aus der Praxis:
Zeichnen Sie die Struktur auf. Ein einfaches Schaubild auf einem Blatt Papier reicht. Zeigen Sie es drei Leuten, die Ihr Unternehmen nicht kennen. Verstehen sie sofort, was Sie anbieten? Wenn nicht – überarbeiten Sie die Struktur.

Schritt 4: Inhalte vorbereiten – Der Flaschenhals in jedem Projekt

Jetzt wird’s ehrlich: Content ist der Grund, warum 90% aller Relaunch-Projekte sich verzögern. Eine gründliche Vorbereitung ist dabei entscheidend für den Erfolg des Website-Relaunches – ohne eine strukturierte vorbereitung der Website-Inhalte gerät das ganze Projekt ins Stocken.

Nicht das Design. Nicht die Entwicklung. Sondern Texte, Bilder, Referenzen – die sind nie rechtzeitig da.

Warum? Weil es intern niemand macht. Alle sind voll. Der Geschäftsführer hat keine Zeit. Marketing ist mit anderen Projekten eingedeckt. Und plötzlich steht das Projekt still. Ein strukturierter prozess, der einen Content Audit zur systematischen Erfassung und Bewertung aller bestehenden Website-Inhalte umfasst, ist daher unerlässlich.

Die Erstellung und Pflege der neuen Website sollte mit einem passenden Content Management System (CMS) erfolgen, um die Aktualisierung und Verwaltung der Inhalte effizient zu gestalten. Eine klare Content-Strategie ist essenziell, damit die neuen Website-Inhalte die Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllen und die Unternehmensziele unterstützen.

Hochwertige Bilder und Medien sind wichtig, um die User Experience zu verbessern und die Conversion Rate zu steigern – das gilt besonders für einen Online-Shop. Die technische Struktur der webseite muss eine nahtlose User Experience gewährleisten, damit Nutzer auf allen Geräten problemlos navigieren können.

Die Benutzerfreundlichkeit sollte bei der Gestaltung der neuen Website im Vordergrund stehen und auf die Zielgruppe zugeschnitten sein. User-Feedback und Testing mit echten Nutzern helfen, die User Experience gezielt zu optimieren. Die Optimierung der Conversion Rate ist ein zentrales Ziel bei der Überarbeitung der neuen Website.

Ein Website-Relaunch ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher prozess, der regelmäßige Optimierungen und Updates erfordert. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Web-Entwicklern, Web-Designern und SEO-Beratern oder Agenturen ist für einen erfolgreichen Relaunch unerlässlich.

Was Sie jetzt entscheiden müssen:

Gehen Sie jede Seite durch und entscheiden Sie:

Behalten? Der Inhalt ist noch gut, bleibt fast unverändert.
Verbessern? Grundsätzlich okay, aber muss überarbeitet werden.
Neu schreiben? Komplett veraltet oder passt nicht mehr.
Löschen? Wird nicht mehr gebraucht, kann weg.

Texte vorbereiten

Für jede neue oder überarbeitete Seite brauchen Sie:

  • Eine klare Botschaft: Was soll die Seite sagen?
  • Eine Zielgruppe: Für wen schreiben wir?
  • Ein Ziel: Was soll der Leser danach tun?

Schreiben Sie das auf. Ein einfaches Google Doc pro Seite reicht. Titel, Zwischenüberschriften, Haupttext. Fertig.

Bilder und Medien

Welche Bilder brauchen Sie? Team-Fotos? Produktbilder? Referenzprojekte?

Wo kommen die her? Haben Sie eigene Fotos? Brauchen Sie einen Fotografen? Nutzen Sie Stock-Fotos?

Wichtig: Bilder müssen gut sein. Ein schlechtes Foto macht selbst das beste Design kaputt.

Meta-Daten nicht vergessen

Für jede Seite brauchen Sie:

Meta-Title – Der Titel, der bei Google angezeigt wird (ca. 60 Zeichen)
Meta-Description – Die Beschreibung unter dem Titel (ca. 160 Zeichen)

Das klingt technisch – ist es aber nicht. Es ist einfach der Text, der bei Google erscheint, wenn jemand nach Ihnen sucht. Und der entscheidet mit, ob jemand klickt oder nicht.

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Content-Inventar erstellt – Alle Seiten durchgegangen
  • Entscheidungen getroffen – Behalten, verbessern, neu, löschen
  • Texte vorbereitet – Pro Seite: Botschaft, Ziel, Zielgruppe klar
  • Bilder organisiert – Welche brauchen wir, wo kommen sie her?
  • Meta-Daten geplant – Title und Description pro Seite
  • Verantwortlichkeiten geklärt – Wer schreibt was bis wann?

Unser Tipp aus der Praxis:
Planen Sie realistisch. Wenn Ihr Team voll ist, beauftragen Sie jemanden extern für die Texte. Oder blockieren Sie sich selbst zwei Wochen im Kalender – nur für Content. Sonst wird das nichts.

Schritt 5: SEO-Maßnahmen – Damit Google Sie nicht verliert

Das ist der kritischste Teil. Hier entscheidet sich, ob Sie nach dem Relaunch Ihre Rankings behalten – oder ob Sie in Google abrutschen. Ein strukturierter Relaunch-Prozess, bei dem SEO-Maßnahmen von Anfang an integriert werden, ist entscheidend, um Risiken zu minimieren und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Wir haben Unternehmen gesehen, die nach einem Relaunch 50% ihres Traffics verloren haben. Warum? Weil SEO nicht mitgedacht wurde.

Das Wichtigste: 301-Weiterleitungen

Wenn sich URLs ändern – und das tun sie fast immer –, müssen Sie Weiterleitungen einrichten.

Alte URL: www.ihre-seite.de/leistungen/webdesign
Neue URL: www.ihre-seite.de/webdesign

Ohne Weiterleitung landet jeder, der auf die alte URL klickt, auf einer Fehlerseite. Und Google entfernt die Seite aus dem Index. Ihre Rankings sind weg.

Mit 301-Weiterleitung geht's automatisch zur neuen Seite. Google versteht: "Ah, die Seite ist umgezogen" – und überträgt die Rankings.

So gehen Sie vor:

1. Liste erstellen: Alte URLs vs. neue URLs
2. Weiterleitungen einrichten: Jede alte URL muss auf eine neue zeigen
3. Testen: Vor dem Launch alle Weiterleitungen durchklicken

Interne Links prüfen

Nach der Migration müssen alle internen Links funktionieren. Menüs, Buttons, Textlinks – alles muss auf die richtigen neuen URLs zeigen.

Häufiger Fehler: Im Text steht noch ein Link zur alten URL. Der Nutzer klickt – und landet im Nichts.

Überschriften und Struktur

Jede Seite sollte eine klare Überschriftenstruktur haben:

  • H1 – Die Hauptüberschrift (nur eine pro Seite)
  • H2 – Zwischenüberschriften
  • H3 – Unter-Unterüberschriften

Das hilft Google zu verstehen, worum es auf der Seite geht. Und es hilft Lesern, schnell zu scannen.

Sitemap einreichen

Nach dem Launch: Reichen Sie Ihre neue Sitemap bei Google ein (über die Google Search Console). Das ist eine Liste all Ihrer Seiten – damit Google sie schnell findet.

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • URL-Mapping erstellt – Liste: alte URLs → neue URLs
  • 301-Weiterleitungen geplant – Für jede geänderte URL
  • Interne Links geprüft – Alle Links zeigen auf neue URLs
  • Überschriften strukturiert – H1, H2, H3 logisch aufgebaut
  • Sitemap vorbereitet – Für Einreichung bei Google nach Launch
  • Meta-Daten final – Title, Description pro Seite gesetzt

Unser Tipp aus der Praxis:
SEO darf nicht "am Ende" passieren. Binden Sie einen SEO-Experten von Anfang an ein. Sonst wird's nachträglich teuer – oder Sie verlieren Rankings, die Sie nie zurückbekommen.

Schritt 6: Tracking und Formulare – Messen, ob's funktioniert

Nach dem Relaunch wollen Sie wissen: Funktioniert die neue Website?

Dafür brauchen Sie zwei Dinge: Tracking, das funktioniert. Und Formulare, die zuverlässig laufen.

Tracking einrichten

Google Analytics 4 – Damit sehen Sie: Wie viele Besucher kommen? Woher kommen sie? Wie lange bleiben sie?

Google Tag Manager – Ein Tool, mit dem Sie Tracking-Codes verwalten, ohne jedes Mal in den Code eingreifen zu müssen.

Conversions definieren – Was ist ein Erfolg? Ein ausgefülltes Kontaktformular? Ein Anruf? Ein Download? Das muss gemessen werden.

Formulare testen

Das klingt banal – passiert aber ständig: Die Website geht live, jemand füllt das Kontaktformular aus – und es passiert nichts. Die Anfrage kommt nie an.

Testen Sie:

  • Wird die Anfrage wirklich versendet?
  • Kommt sie im richtigen Postfach an?
  • Bekommt der Nutzer eine Bestätigung?
  • Wird die Anfrage als Ziel/Conversion erfasst?

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Google Analytics 4 eingerichtet – Tracking läuft
  • Google Tag Manager installiert – Zentrale Verwaltung
  • Conversions definiert – Was zählt als Erfolg?
  • Cookie-Banner getestet – DSGVO-konform, funktioniert
  • Alle Formulare getestet – Versand funktioniert
  • Bestätigungsmails geprüft – Nutzer bekommt Feedback
  • Ziel-Tracking aktiv – Anfragen werden gemessen

Unser Tipp aus der Praxis:
Füllen Sie selbst jedes Formular aus. Auf dem Desktop. Auf dem Handy. Schicken Sie sich selbst Testanfragen. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Wir haben schon Seiten gesehen, die drei Wochen live waren – ohne funktionierende Formulare.

Schritt 7: Testing vor dem Go-Live – Der wichtigste Schritt

Das ist der Teil, den viele auslassen. Und genau hier entstehen die Probleme, die nach dem Launch auffallen.

Unser Rat: Planen Sie mindestens eine Woche für Testing ein. Nicht drei Tage. Eine volle Woche.

Was Sie testen müssen:

Auf verschiedenen Geräten:

  • Desktop (Windows und Mac)
  • Tablet (iPad und Android)
  • Smartphone (iPhone und Android)

In verschiedenen Browsern:

  • Chrome
  • Safari
  • Firefox
  • Edge

Funktionen durchklicken:

  • Navigation – funktioniert alles?
  • Footer-Links – gehen alle?
  • Buttons – führen sie wohin sie sollen?
  • Formulare – jedes einzelne testen
  • Downloads – funktionieren PDFs, Dateien?

Performance prüfen:

  • Laden die Seiten schnell genug? (Ziel: unter 3 Sekunden)
  • Gibt es Fehlerbilder?
  • Sind Videos eingebettet und spielen ab?

Stichprobe: Alte URLs testen

  • Suchen Sie 20 alte URLs raus
  • Klicken Sie sie an
  • Landen Sie auf den richtigen neuen Seiten?

Unsere Checkliste für diesen Schritt:

  • Desktop-Test – Alle Browser
  • Mobile-Test – iPhone, Android
  • Tablet-Test – iPad
  • Navigation komplett durchgeklickt – Alle Links geprüft
  • Formulare getestet – Jedes einzelne
  • Performance gemessen – Ladezeiten unter 3 Sekunden?
  • Weiterleitungen stichprobenartig getestet – Alte URLs leiten korrekt?
  • 404-Fehler gesucht – Gibt es Broken Links?

Unser Tipp aus der Praxis:
Lassen Sie jemanden testen, der die Seite noch nie gesehen hat. Ihre eigene Betriebsblindheit ist riesig. Ein frischer Blick findet Dinge, die Sie nie bemerken würden.

Online-Marketing beim Relaunch – Mehr als nur SEO

Ein Website Relaunch ist weit mehr als ein technisches oder gestalterisches Update – er ist die perfekte Gelegenheit, Ihre gesamte Online-Marketing-Strategie auf ein neues Level zu heben. Viele Unternehmen konzentrieren sich beim Relaunch ausschließlich auf SEO und 301-Weiterleitungen, um Rankings und Sichtbarkeit zu sichern. Doch wer wirklich das volle Potenzial ausschöpfen will, denkt weiter: Online-Marketing beginnt bei der Analyse der alten Website und reicht bis zur kontinuierlichen Optimierung nach dem Go-Live.

Schritt 8: Launch-Woche – Ruhig bleiben, kontrolliert prüfen

Der Launch ist durch. Die Seite ist live. Jetzt bloß nicht zurücklehnen.

Die erste Woche nach dem Launch ist die kritischste. Hier zeigt sich, ob alles funktioniert – oder ob es Probleme gibt, die Sie schnell beheben müssen.

Was Sie jetzt täglich prüfen sollten:

Google Search Console: Gibt es neue 404-Fehler? Crawlt Google die Seiten?

Analytics: Ist der Traffic normal? Oder bricht er ein?

Formulare: Kommen Anfragen rein? Oder ist plötzlich Funkstille?

Feedback einholen: Fragen Sie Kollegen, Kunden, Partner – wie finden sie die neue Seite? Gibt es Probleme?

Typische Probleme in der Launch-Woche:

Einzelne Weiterleitungen fehlen. Tauchen plötzlich 404-Fehler auf, die im Testing nicht aufgefallen sind.

Tracking-Code fehlt auf einer Seite. Analytics zeigt komische Zahlen.

Formular funktioniert nicht auf dem iPhone. Alles andere läuft, aber iOS macht Probleme.

Seite lädt langsam. Im Testing war's schnell, aber jetzt unter Last wird's träge.

Unsere Checkliste für die Launch-Woche:

Tag 1: Google Search Console prüfen – Indexierung läuft?
Tag 2: Analytics prüfen – Traffic normal?
Tag 3: Formulare prüfen – Anfragen kommen an?
Tag 4: 404-Fehler beheben – Falls welche aufgetaucht sind
Tag 5: Performance messen – Lädt alles schnell?
Tag 6-7: Feedback sammeln – Gibt es Probleme von außen?
Woche 2: Stabilisierung – Kleine Verbesserungen umsetzen

Unser Tipp aus der Praxis:
Planen Sie keine großen Termine in der Launch-Woche. Seien Sie erreichbar. Rechnen Sie damit, dass Kleinigkeiten nachgebessert werden müssen. Das ist normal – nicht dramatisch.

Häufige Fehler beim Relaunch – und wie Sie sie vermeiden

Wir haben über zehn Jahre Erfahrung mit Relaunches. Und wir sehen immer wieder die gleichen Fehler. Hier sind die fünf größten:

Fehler 1: Alte Seiten verschwinden ohne Ersatz

Sie löschen eine Seite, weil sie "veraltet" ist. Aber diese Seite hatte gute Rankings. Jetzt ist sie weg – und Ihre Rankings auch.

Lösung: Jede wichtige alte Seite braucht ein neues Zuhause. Entweder als eigenständige neue Seite – oder integriert in eine andere Seite. Aber nicht einfach löschen.

Fehler 2: Keine oder falsche 301-Weiterleitungen

Die alte URL wird nicht weitergeleitet. Oder sie leitet auf die Startseite statt auf die passende neue Seite. Ergebnis: 404-Fehler, Rankings weg.

Lösung: Erstellen Sie ein sauberes Mapping. Alte URL → passende neue URL. Und testen Sie jede Weiterleitung.

Fehler 3: Navigation wird komplizierter statt klarer

Vorher: Fünf Menüpunkte, einfach.
Nachher: Neun Menüpunkte, drei Ebenen tief, niemand findet mehr was.

Lösung: Weniger ist mehr. Maximal fünf bis sechs Hauptpunkte. Wenn Sie mehr brauchen, überdenken Sie Ihre Struktur.

Fehler 4: Inhalte werden kürzer und weniger hilfreich

"Wir machen alles kompakter." Klingt gut – aber oft bedeutet das: Wichtige Infos fehlen jetzt. Google stuft die Seiten als weniger relevant ein.

Lösung: Kürzen Sie, wo es Sinn macht. Aber löschen Sie keine relevanten Informationen, nur um "knackiger" zu wirken.

Fehler 5: Niemand misst den Erfolg

Die Seite ist live. Alle freuen sich. Aber niemand schaut nach: Kommen mehr Anfragen? Ist der Traffic stabil? Funktionieren die Conversions?

Lösung: Definieren Sie vorher, woran Sie Erfolg messen. Und prüfen Sie es regelmäßig – mindestens in den ersten vier Wochen nach Launch.

Praktische Tipps: So bleibt der Relaunch übersichtlich

Zum Schluss noch ein paar Tipps aus unserer Praxis, die Ihnen das Leben leichter machen:

1. Erst Überblick schaffen, dann bauen
Springen Sie nicht direkt ins Design. Nehmen Sie sich Zeit für Analyse und Konzept. Das spart später Wochen.

2. Weniger Templates, mehr Wiederverwendbarkeit
Bauen Sie nicht für jede Seite ein eigenes Design. Arbeiten Sie mit Templates und Komponenten, die Sie mehrfach nutzen können.

3. Content zuerst, Design danach
Wenn der Inhalt nicht steht, bringt Ihnen das schönste Design nichts. Content first – immer.

4. Wichtige Seiten priorisieren
Nicht alles auf einmal. Fokussieren Sie sich auf die Seiten, die wirklich zählen: Startseite, Leistungen, Kontakt. Der Rest kann später kommen.

5. Nach dem Launch zwei Wochen aktiv bleiben
Planen Sie keine großen Urlaube oder Projekte direkt nach dem Launch. Bleiben Sie erreichbar und reaktionsbereit.

Fazit: Ein Relaunch ist ein Projekt, kein Redesign

Ein Website Relaunch wird erfolgreich, wenn Sie ihn wie ein strukturiertes Projekt behandeln – nicht wie eine Design-Aufgabe.

Das bedeutet:

  • Ziele definieren, bevor Sie starten.
  • Die alte Website ehrlich analysieren.
  • Struktur und Navigation bewusst planen.
  • Content frühzeitig vorbereiten.
  • SEO von Anfang an mitdenken.
  • Tracking und Formulare testen.
  • Ausgiebig testen vor dem Launch.
  • Nach dem Launch aktiv monitoren.

Wenn Sie diese Schritte konsequent abarbeiten, bleibt Ihre Online-Präsenz stabil. Die neue Website bringt mehr Besucher, bessere Rankings und – vor allem – mehr Anfragen.

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Wenn Sie Ihren Relaunch professionell planen und umsetzen möchten, sprechen Sie mit uns. Wir helfen Ihnen bei Struktur, Inhalten, Weiterleitungen, Testing – und sorgen dafür, dass die Website nach dem Launch stabil läuft und weiterhin gefunden wird.

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